Was wächst gerade? Ein Naturkalender

Der Wald ändert sich ständig – hier erfährst du, was du im Moment draußen finden kannst.

Welche Pilze haben Saison?

Welche Wildkräuter sind gerade reif fürs Körbchen?

Worauf solltest du aktuell achten?

Ich halte dich hier (und auf Social Media) auf dem Laufenden – damit du immer weißt, was draußen los ist.

März 26

Im März erwacht der Wald im Vogtland langsam aus der Winterruhe.

 Mit steigenden Temperaturen und den ersten feuchteren Tagen zeigen sich zarte Frühlingsboten wie Knospen, Moose und frühe Kräuter. Noch ist vieles zurückhaltend, doch unter Laub und an sonnigen Waldrändern beginnt bereits neues Leben. Auch erste Pilze lassen sich mit etwas Glück entdecken, wenn der Boden ausreichend durchfeuchtet ist. Wer jetzt aufmerksam unterwegs ist, entdeckt viele kleine Zeichen des Neubeginns.

Krokus

Er gehört zu den ersten Farbtupfern des Jahres und kündigt den nahenden Frühling an. Seine zarten Blüten öffnen sich mit den ersten Sonnenstrahlen und bieten frühen Insekten eine wichtige Nahrungsquelle.

Mikrokosmos

Moos aus der Nähe sieht aus wie eine kleine, eigene Landschaft. Es speichert Feuchtigkeit und bietet vielen Kleinstlebewesen Lebensraum.

Die Pestwurz gehört zu den ersten Blühern im Jahr und zeigt ihre  Blüten oft noch vor den großen Blättern. Sie wächst vor allem an feuchten Standorten wie Bachrändern und Auen. Für frühe Insekten ist sie eine wichtige Nahrungsquelle, auch wenn die Pflanze selbst in größeren Mengen giftig ist.

Eine Hummelkönigin stärkt sich an den frühen Blüten der Pestwurz – eine wichtige Energiequelle nach der Winterruhe. Solche ersten Nektarquellen sind entscheidend, damit sie ein neues Volk gründen kann.

Dezember 25

Wachstum im Dezember – stille Aktivität im Wald

Der Dezember zeigt sich in diesem Jahr phasenweise milder als erwartet. Zwischen kühlen Nächten und vergleichsweise gemäßigten Tagestemperaturen kommt der Wald nicht vollständig zur Ruhe. Wo der Boden nicht gefroren ist und ausreichend Feuchtigkeit vorhanden bleibt, lassen sich noch vereinzelt Pilze entdecken – vor allem an Totholz, Stümpfen und schattigen Waldstellen.

Diese späten Erscheinungen sind weniger Ausdruck von üppigem Wachstum als vielmehr ein Zeichen dafür, wie anpassungsfähig Pilze sind. Holzbewohnende Arten nutzen günstige Zeitfenster, um ihre Entwicklung fortzusetzen, während andere bereits auf die kommende Vegetationsperiode warten. Der Dezember ist damit kein toter Monat, sondern eine leise Übergangsphase, in der sich das Leben im Wald zurückzieht, ohne ganz zu verschwinden.

Schleimpilz (Myxomyceten)

 auf Totholz. Trotz pilzähnlicher Erscheinung gehören Schleimpilze nicht zu den Pilzen, sondern zu den Protisten. Sie spielen eine bedeutende Rolle im mikrobiellen Zersetzungsprozess.

Kleiner Fruchtkörper eines nicht näher bestimmten Pilzes. 

Solche Arten erscheinen oft noch bei milden Wintertemperaturen und übernehmen wichtige Aufgaben im Abbau organischer Substanz.

Farne gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde. 

Auch im Winter bleiben ihre Strukturen sichtbar, selbst wenn das Wachstum ruht.

November 25

Der November zeigte sich in diesem Jahr von zwei Seiten: Während die ersten Tage noch von milden, fast sanften Temperaturen geprägt waren, brachte das Monatsende einen abrupten Wechsel. Die Kälte zog ein, teils mit zweistelligen Minusgraden, und legte einen frostigen Schnee-Schleier über Wälder und Wiesen.

Mit diesen Temperaturen neigt sich auch das Pilzwachstum dem Ende zu. Die Vielfalt der bunten Hüte, die im Herbst den Waldboden schmückten, zieht sich langsam zurück. Nur einige wenige winterharte Arten trotzen noch dem Frost und schenken aufmerksamen Naturfreunden kleine, stille Momente des Staunens.

Der Wald wird ruhiger, die Farben werden gedämpfter – und doch hat diese Zeit ihren ganz eigenen Zauber. Es ist die Phase, in der die Natur zur Ruhe kommt und wir eingeladen sind, ebenfalls einen Gang herunterzuschalten und bewusst hinzusehen, was trotz Kälte noch wächst, lebt und leuchtet.

Butter-Rübling- Rhodocollybia butyracea

Gut erkennbar an seinem sich fettig anfühlendem Hut, kommt dieser essbare Geselle daher. Diser hier hat seine besten Tage aber hinter sich und wandert nicht ins Pilzkörbchen.

Tintling- Coprinus spec.

Vergängliche Schönheit am Straßenrand- bald ist nichts weiter als Tinte übrig...

Sparriger Schüppling - Pholiota squarrosa

Sparrige Schüpplinge findet man bevorzugt am Stammfuß von Laub- und Nadelbäumen sowie an alten Stümpfen. Mitunter erscheinen sie sogar in Gärten, besonders an Obstbäumen. Als Speisepilze sind sie jedoch ungeeignet und sollten nicht gesammelt werden.

Im Schutz des Pilzhutes

hat sich dieser kleine Kerl niedergelassen. Auch er ist zu Speisezwecken nicht zu empfehlen.
 

Eiskristalle auf dem Feld 

bei Minus 9 Grad und Gegenlicht gar nicht so leicht zu fotografieren. Doch wenn es gelingt, wird man mit diesen tollen Formen belohnt.

Oktober 25

Pilzwachstum im Oktober – die Hochsaison im Wald

Der Oktober zeigt sich von seiner besten Seite: reichlich Niederschläge, ausreichend warme Temperaturen und feuchte Böden – perfekte Bedingungen für das Pilzwachstum! Jetzt sprießt es im Wald an allen Ecken und Enden: von A wie Anischampignon bis Z wie Zitterzahn ist alles vertreten. Wer derzeit unterwegs ist, erlebt die volle Vielfalt der Pilzwelt. Ein Paradies für Sammler, Naturfreunde und Fotografen.

Neben den Pilzen gibt es auch für Pflanzenliebhaber viel zu entdecken. Die Wälder und Wiesen leuchten in warmen Farben, Beeren und Früchte laden zum Sammeln ein, und das Licht des Herbstes sorgt für besonders stimmungsvolle Fotomotive.

Unter den Speisepilzen zeigen sich nun Birkenpilze, Maronenröhrlinge, Reizker und die letzten Steinpilze.

Doch die Zeit drängt – denn mit dem ersten stärkeren Frost endet das Pilzwachstum meist schlagartig. Bis dahin heißt es: raus in die Natur, Körbchen packen und genießen, was der Oktober zu bieten hat!

Fichtensteinpilz - Boletus edulis

Vereinzelte Exemplare lassen sich auch im Oktober noch finden - und das Beste: meist Wurmfrei .

Violetter Lacktrichterling - Laccaria amethystina

Ein farbenfroher Speisepilz, der jedoch auch Schadstoffe aufnehmen kann!

Nadel-Stinkschwindling - Gymnopus perforans

Eine kleine Schönheit, die oft übersehen wird ist dieser 1-2 cm große Pilz. Er wächst auf einer einzigen Fichtennadel ! Seinem Namen macht er durch seinen kohlartigen Geruch alle Ehre.

Samtfußkrempling - Tapinella atrotomentosa

Dieser Holzbewohner gilt jung gegart als essbar. Meine Empfehlung: lieber stehen lassen, denn sein Geschmack ist die Mühe definitiv nicht wert. Allerdings kann er als Färbepilz gut eingesetzt werden.
 

Gemeiner Hallimasch - Armillaria solidipes

Der Hallimasch ist ein beliebter Speisepilz, wird jedoch nicht von jedem gut vertragen. Manche Menschen reagieren empfindlich – selbst nach dem Verzehr kleiner Mengen. 

Wichtig ist, den Hallimasch gründlich zu garen, da er roh oder unzureichend erhitzt starke Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann. 

Er erscheint oft als einer der letzten Pilze der Saison und markiert damit den Übergang vom goldenen Herbst zum Winter.

Zitterzahn - Tremella foliacea

Auch Eispilz genannt, ist dieser Folgezersetzer auf totem Holz  häufig auf alten Baumstümpfen oder herabgefallenen Ästen zu finden. Er ist essbar, sogar roh genießbar, besitzt jedoch kaum Eigengeschmack. 

Seine gallertartige, elastische Konsistenz erinnert an Wackelpudding oder Gummibärchen und macht ihn zu einer interessanten, wenn auch kulinarisch eher milden Erscheinung im Herbstwald.
 

August 25

Nach dem letzten nennenswerten Regen am 5. August zeigten sich viele frische Pilze. Ein deutliches Zeichen, wie sehr der Wald das Wasser gebraucht hatte. Doch nach inzwischen 20 Tagen ohne Niederschlag stagniert das Wachstum wieder, die Böden sind trocken und die Fruchtkörper bleiben weitgehend aus. Der August war für Pilzsammler somit wechselhaft: ein vielversprechender Start, gefolgt von einer spürbaren Pause. 

Auch die Kräuter leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Viele Sommerpflanzen ziehen sich zurück, Blätter welken und Blüten bleiben kleiner. Lediglich robuste Arten wie Wegerich, Schafgarbe oder Brennnessel behaupten sich noch.

Dafür beginnt nun die Zeit der Früchte: Holunderbeeren, Brombeeren und Vogelbeeren färben sich reif, Hagebutten setzen ihre ersten roten Akzente. In den kommenden Wochen lassen sich immer mehr Samen und Früchte ernten – ein stiller Übergang vom Hochsommer in den beginnenden Herbst. 

Mit dem nächsten Regen dürfen wir zudem auf ein erneutes Aufflammen des Pilzwachstums hoffen.

 

Fichtensteinpilz - Boletus edulis

Anfang August fast ein Massenpilz. Auf Ende des Monats lassen sich nur noch vereinzelt ausgetrocknete Fruchtkörper finden.

Blütenstand eines Habichtskrauts

Die allermeisten Habichtskräuter sind nun verblüht- geben aber immer noch ein tolles Fotomotiv ab.

Brennender Rübling - Gymnoporus peronata

Ein zwar hübscher (aufgrund seiner gelblichen Lamellen), wenn auch ungenießbarer Pilz, dem auch Trockenheit nicht ganz so viel ausmacht.

Johanniskraut

Läßt hier noch eine einzige Blüte strahlen. Das vielfältig verwendbare Johanniskraut ist auch am verblühen. Vereinzelte Pflanzen sind aber noch nutzbar. Es ist bekannt für seine stimmungsaufhellende Wirkung und wird traditionell bei leichten Depressionen und nervöser Unruhe eingesetzt. Auch in Öl angesetzt findet es Verwendung zur Pflege von Haut und Wunden.
 

Safrangelber Saftling - Hygrocybe autoconica

In Parks und auf Wiesen sind diese leuchtend gelben Pilze nun häufiger anzutreffen: Die Saftlinge. Es gibt sie nicht nur in gelb wie hier sondern in fast allen Farben von grün über rot bis hin zu schwarz.

Laut Bundesartenschutzgesetz ist das Sammeln von Saftlingen in Deutschland verboten! Sie sind streng geschützt.

Weißdorn - Crataegus

Jetzt im Spätsommer und Herbst werden die Weißdornfrüchte reif. Sie sind reich an Flavonoiden und werden seit Jahrhunderten zur Stärkung von Herz und Kreislauf eingesetzt. In der Naturheilkunde zählen sie zu den wichtigsten Herzpflanzen.
 

Nach dem Regen

Wie zu erwarten - es geht los im Vogtland. 

Die ersten Mykprrhizapilze, 

wie dieser Gold-Röhrling schieben sich aus dem Boden ! 

Juli 2025

Die Gesellschaft des Gold-Röhrlings liebt dieser hübsche Pilz: Der Gefleckte Schmierling, gut erkennbar an seinem gelben Fuß, der schmierigen Huthaut und dem fleckenden Stiel. Auch er ist essbar.

Juni 2025

Juni-Pilz-Update aus dem Wald 27.6.25:

Die anhaltend warmen Temperaturen und der stetige Wind haben den Waldboden stark ausgetrocknet – ideale Bedingungen für Pilze sehen anders aus.
Nur vereinzelt lassen sich derzeit Fruchtkörper blicken. Einer der ersten Funde dieses Monats: der Perlpilz – ein beliebter Speisepilz unserer Region.
Doch Vorsicht: Er hat mit dem Pantherpilz einen hochgiftigen Doppelgänger, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht!
Wer unsicher ist oder mehr über essbare und giftige Arten lernen möchte, ist herzlich eingeladen, an einer meiner Exkursionen teilzunehmen.
Gemeinsam entdecken wir, was der Wald zu bieten hat – sicher, spannend und lehrreich.

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